
Wie bereits erwähnt wird Ostafrika von der Weltgemeinschaft wirtschaftlich kaum wahrgenommen, ausser von den multinationalen Konzernen, die die Bodenschätze und Agrarflächen Afrikas mit modernster Technik bis aufs Blut ausschöpfen. Ein kleines Kind in Ostafrika hat dementsprechend schlechte Karten sich jemals profilieren zu können. Abgesehen von brutale Diktatoren (e.g. Diktator Mugabe) und Despoten, unerschrockene Freiheitskämpfer (e.g Nelson Mandela) und Langstreckenläufer (e.g. Haile Gebrselassie, der mit 35 Jahren den Berliner Marathon in etwa 2h rannte) gibt es nur wenige prominente Afrikaner. Die Geschichtsbücher über Afrika lehren uns welche weissen Entdecker als erste zur Quelle des Nils vorgedrungen sind, welcher weisse Bergsteiger als erster den Kilimanjaro bestiegen hat und welcher weisse Naturschützer welchen Nationalpark gegründet hat. Die Afrikaner selbst werden von der ersten Welt in ihrer eigenen Geschichte mehrheitlich nur Statisten wahrgenommen. Desto grösser ist die Freude der Afrikaner wenn sich ihre Fussballnationalmannschaften an einer Weltmeisterschaft profiliert, oder wenn ein lokaler Marathonläufern der westlichen Konkurrenz an Marathons davonläuft.
Seit dem 4. November 2008 hat ganz Afrika einen neuen Helden. Seit diesem mythischen Datum steht fest, dass niemand andere als der mächtigste Mann der Welt in den nächsten 4 Jahren ein Schwarzafrikaner sein wird. Barak Obama, 44th President of the United States of America, dessen Vater aus Kenia stammt, wird von allen Afrikaner wohl verehrt wie keiner zuvor.
In Tansania sind Hauswände, Busse, Autos und Bars mit Obama Porträts geschmückt. Liebevoll werden die USA von der lokalen Bevölkerung nur noch als Obama-country bezeichnet. Unter sich sprechen die Tansanier nur von Obama-Dollars, Obama-people oder Obama-cars wenn sie über die USA sprechen.
Während meiner ganzen Reise habe ich keinen Tansanier getroffen, der nicht feuchte Augen bekommen hat wenn das Thema Obama angesprochen wird. Zu gross ist der Stolz, dass es einer der Ihren an die aller oberste Spitze der Macht gebracht hat. Modest, der Bergführer vom Kilimanjaro, pflegte vor jeder Bergetappe ein rhythmisches „Baaaarak Oooobama“ zu siegen, der Safari-Fahrer präsentierte stolz einen Obama Kleber auf dem Armaturenbrett seines Jeeps und die Verkäufer schmücken ihre Läden und Stände mit Obama-Fahnen …
Nun, ehrliche gesagt, Obama hat auch mich nach seinen ersten Wochen seiner Präsidentschaft überzeugt. Na dann wünsche ich Obama und seinem Team mal viel Erfolg, und hoffe natürlich dass seine Politik die riesigen Wahlversprechen die er in den letzten Jahren gemacht hat auch halten kann. Yes, we can!
PS: Unter folgendem Link sind sämtliche Wahlversprechen von Obama aufgelistet. Zudem ist der jeweilige Stand des Wahlversprechens angegeben.





