Grüäsich…
November 6, 2007 by fingerd
Anbei die berner Reaktion auf die umstrittenen SVP-Wahlplakate…
Auuu wäääääää schoooo….
Bear on the Highway
Oktober 24, 2007 by fingerd

Bildnachweis: www.20min.ch
Hier noch die Bilder, die um die Welt gegangen sind: ein Bär hat sich in der Nacht auf die Autobahnbrücke über dem Trukee River zum Lake Tahoe verirrt und konnte sich dann nicht mehr in Sicherheit bringen… Ob man auf der Nydeggbrücke in Bern auch mal einen Bären sehen wird?
The breathtaking Grand Canyon
Oktober 5, 2007 by fingerdWer hat nicht schon mal stundenlang Bilder des Eindrücklichen Grand Canyons angeschaut und sich vorgestellt als Weisskopfadler um die mächtigen Kalksäulen herumzufliegen? In Wirklichkeit ist der Anblick noch viel atemberaubender, das kann man in Worten gar nicht ausdrücken. Insbesondere bei Sonnenauf- oder Untergang: dann schimmern die bis zu über 1800 Millionen Jahre alte Erdschichten in allen Rottönen und verleihen dem ohnehin schon unglaublichen Naturspektakel eine zusätzliche Prise Romantik. Klar, dass ich mir das einmal näher anschauen wollt…
Ich parkiere (jaja, das ist wohl Züridütsch) meinen Neon auf einem kleinen Parkplatz einige Meter von der Südkante des Canyons entfernt. Die Sonne ist schon untergegangen und da ich vor Sonnenaufgang den Abstieg beginnen will, mach ich es mir in meinem Neon bequem - naja, so gut es halt in einem Sport coupé geht. Viel Schlaff finde ich eh nicht, da ich viel zu ungeduldig auf den erlösenden Wecker warte, der das Zeichen zum Abstieg gibt.
Gegen sechs Uhr früh mach ich mich auf die Socken. Die ersten Hundert Höhenmeter durchlaufe ich in Halbfinsternis - Wolken verdecken den Mond und die Sonnenstrahlen schaffen es noch nicht ganz über die Canyonkante hinweg. Doch genau als ich auf einem Plateau hinaus zum Hauptcanyon laufe, geht die Sonne auf und der Canyon erstrahlt in seiner vollen Pracht - unglaublich. Ich setz mich auf eine kleinen Felsbrocken und frühstücke im Strahlenmeer, welches den Canyon durchflutet.
Der Abstieg geht viel schneller als ich anfangs angenommen habe. Kurz vor zehn Uhr morgens habe ich die 1800 Höhenmeter überwältigt und erreiche den braun gefärbten Colorado River. Die andauernde Trockenheit der letzten 8 Jahre (Klimaveränderung?) haben den Abfluss jedoch beträchtlich zugesetzt. Viel mehr Wasser als in unserer Aare (längste Fluss der ganz in der Schweiz liegt) fliesst hier nicht mehr ab. Ich fachsimple mit ein paar Rafter über die Rapids des Canyons, welche im vergleich zum Klamath River wirklich wie sanfte Wellen wirken.
Gegen Mittag nehme ich den mühsamen Aufstieg in Angriff. Das gefährliche am Grand Canyon ist wohl, dass man zuerst, gut ausgeruht, runter läuft und erst danach den anstrengenden Aufstieg bewältigen muss. Desto höher ich mich den Canyon hinauf schleppe, desto mehr Touristen begegne ich. Im obersten Viertel tummeln sich Touristen aus aller Welt - Japaner fotografieren jeden Stein, Chinesen essen Nudelsuppe am Wegrand, Holländer geniessen Bier in der Sonne, ein Moslem führt sogar seine weibliche Begleitung ein Stück weit den Canyon hinunter… und alle mühen sich am spätern Nachmittag den Canyon hinauf. Tja, an so einem Steilhang merkt man, dass wir Menschen, trotz kulturellen Unterschieden, im Grunde alle aus dem gleichen Holz geschnitzt sind.
Crossing Death Valley
Oktober 5, 2007 by fingerdDas ‚Tal des Todes’ war vor nicht allzu langer Zeit ein gefürchtetes Hindernis für viele Siedler die auf der Suche nach dem grossen Glück nach Westen zogen… nur etwa 130 km östlich von Mt Whitney befindet sich der tiefste Punkt (85 m unter dem Meeresspiegel) der USA. Die heimtückische Trockenheit hat in der Vergangenheit schon einigen Pionieren das Leben gekostet - tja, das Tal trägt den Namen nicht zu unrecht.
Nach einer letzten Abschiedsparty am Institut, bei der wir alle schlussendlich im nahen Casino beim Live Konzert der Devil make three abfeiern, mach ich mich mit etwas Wehmut (ja die Zeit am Tahoe war great!) auf den Weg Richtung Death Valley und Las Vegas. Bis Lone Pine führt der Weg auf dem wohlbekannten Highway 395 (siehe frühere Einträge) Richtung Süden, von dort geht’s dann Richtung Osten in die trockene Salzwüste. Eindrücklich schimmern die Granit- und Metamorphe Gesteinschichten der Umliegenden Felsflanken in unterschiedlichen Farben. Warnschilder machen auf die Gefahr aufmerksam, dass Automotoren bei Temperaturen über 100°F gerne mal überhitzen und daher die Klimaanlage ausgeschalten werden soll… ha, das kommt mir ja bekannt vor ;-). Bedächtlich lenke ich den Neon den kurvigen Highway 190 ins Tal hinunter. Die ‚Service Engine Soon’ lampe, die seit einigen Tagen bei meinem Neon aufleuchtet, ist auch nicht gerade beruhigend.
Bad water heisst der tiefste Punkt des Tales - früher gab es hier einen kleinen Salzsee, heute gibt es nur noch eine kleine Pfütze mit Salzwasser. Das faszinierende an dem Ort ist jedoch vielmehr die Verkrustung der ausgetrockneten Erde - überall glitzern Salzkristalle in der Sonne und manchmal haben sie sich sogar zu Sechsecken zusammengeformt, die mehrere Meter Durchmesser haben können. Dennoch: ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich es mit dem Neon vor Dunkelheit wieder aus dem Tal raus schaffe.
Zirka 80 Meilen östlich der CA/NV-Stateline liegt Las Vegas, oder Sin City, wie die Stadt auch manchmal genannt wird. Zirka 10 Meilen vor der Metropole fängt der Himmel an zu schimmern - zuerst ganz leicht, dann immer stärker und fast könnte man meinen die Sonne würde im Osten aufgehen. Auf der letzten Hügelkette erblickt man es dann, das Lichtermeer von Las Vegas, welches die umliegende Wüste gleich miterleuchtet.
A working day on Lake Tahoe
September 28, 2007 by fingerdHi folks! Zuerst mal herzlichen Dank an euch alle! Ihr habt mich immer wieder ermuntert Weiterzuschreiben. Eigentlich hätte ich ja viel mehr zu erzählen - wie z.B meinen Trip zum Yosemite, auf dem ich dann eine Familie aus El Salvador, die eine Autopanne hatte, mitgenommen habe - zu sechst, mit Gepäck (und Südamerikaner haben nicht nur ein kleinen Rucksack dabei
) wird’s ganz schön eng im kleinen Neon.
Tja, vor mir liegen jetzt drei Wochen Abenteuer - zuerst mal den Grand Canyon durchwandern, dann werde ich mit Estelle und Geraldine Vegas auf den Kopf stellen. Internet Anschluss werde ich wohl nicht immer haben - aber bei Gelegenheit werde ich mich melden…
Bis dahin, alles Gute - and… Keep Tahoe Blue
PS: anbei noch ein kleiner Film über einen typischen Arbeitstag auf dem Tahoe - viel Spass…
Virginia City - where the time stopped 100 years ago
September 25, 2007 by fingerdJeder muss mir wohl zustimmen, dass die USA in den letzten Jahren (hmm… seit der ‚W’ an der Macht ist) weltweit massiv an Ansehen verloren habe. Der Filmindustrie sind die Ideen ausgegangen, die Musikindustrie kann man vergessen (Spears und Hilton werden wohl trotz Alkohol-Eskapaden niemals auf die Höhe eines Cobain oder Rose kommen) und von der Aussenpolitik will ich gar nicht erst schreiben… Aber es gibt sie noch - Orte, die an die glorreiche Vergangenheit der United States of America erinnern. Damals als Amerika noch wirklich ein Symbol für Freiheit und unbegrenzte Möglichkeiten war…
Virginia City liegt am östlich Hang des Mt Davidson, zirka 20 Meilen östlich von Carson City und ist ein kleiner unscheinbarer Ort mit ca. 1’500 Einwohnern. Zu seiner Blütezeit, in den 1860er, als Silber im umliegenden Gebirge gefunden wurde, wohnten hier über 30′000 Leute. Damals arbeitete auch ein gewisser Samuel Clemens, besser bekannt unter dem Namen Mark Twain, bei der lokalen Tageszeitung. Der Silber-Spuk war jedoch von kurzer Dauer und Virginia City geriet schnell einmal in die Vergessenheit. Die restlichen Einwohner fügten sich ihrem Schicksal und konservierten die Stadt so gut es ging. Ganz zur Freude heutiger Nostalgiker.
Eigentlich hatte ich mit Marc, Monika, Kendall und Sarah abgemacht Virginia City zusammen unsicher zu machen - von den Vieren überwindet sich aber nur Sarah sich bei strömendem Regnen mit mir auf den Weg nach Virginia City zu machen. Als wir uns dem Dorf nähern bricht die Sonne durch die Wolkendecke und wir werden für unseren Aufwand belohnt: ein grell leuchtender Regenbogen spannt sich über das Dorf. Das Dorf besteht ausschliesslich aus alten Häusern, die zum Teil schon so windschief in die Gegend schauen, dass man meint sie würden jederzeit einstürzen. Die Hälfte der Häuser sind Saloons, die andere Casinos - ok, nicht ganz, es gibt noch eine Bank (was würde man sonst ausrauben), eine Sheriffs-office (Law and order muss sein) und eine Dorfkirche (für hoffnungslos verschuldete Gambler). Eine Gruppe Harley-Fahrer mit Hells Angel Jacken fachsimpeln über Whiskey und Girls (so sieht’s sich’s zumindest an). Ja, das Dorf ist eine Zeitreise ~100 Jahre in die Vergangenheit - nur die Pferde sind durch Harley ersetzt.
Der Geist der Stadt wirkt auf uns ein - wir schlendern wie Revolverhelden auf der Strassenmitte durch das Dorf - die Haltung so cool wie möglich, die Harley Typen sollen uns ja nichts vor machen. In der ersten Kneipe bestellen wir, na was wohl: Jack Daniels. An den Slot maschinen verspielen wir das restlich Kleingeld - auch wen wir zuerst sogar was gewinnen… in Virginia City will niemand ein ‚Ohhh, i got to stop before loosing everything - Gambler’ sein
Ohh jeah… ‚Rock N’ Roll till the end’ heisst hier das Motto.
Zum Glück funktioniert irgendwas mit meiner Kreditkarte nicht und das Vergnügen nimmt mit den letzten Dollar ein abruptes Ende. Senseless, but cool
It’s a Dodge Neon, 1998, sport coupe - with an ecological conscience
September 25, 2007 by fingerdMein Neon - ich sag’s euch. Der ist eigensinnig, ja irrsinnig, im wahrsten Sinne des Wortes. Nach der Hitzewelle im Juli, während welcher ich alle 100 Meilen einen Kühlwasserstopp einlegen musste, verstanden wir uns ja ganz gut. Nach Lone Pine, Bolinas und zur State Line schafften wir es ohne Zwischenfälle. Ja, in Bolinas wurde der Neon sogar von einigen Surfern als kleinstes Auto, dass ein Surfbrett transportiert gefeiert
Dann wurden die Tage kürzer, das Wetter schlechter und es wurde kalt… Seither, stockt der gute Neon sobald die Drehzahl unter 2000 min-1 fällt, der Zündschlüssel klemmt (denn lass ich jetzt immer stecken - hier oben klaut niemand so ein kleines Auto) und obendrauf ist er extrem elektrostatisch geworden - jedes Mal wenn ich einsteigen will, putzt es mir eins - man könnte meinen er hätte ein ökologisches Gewissen
hehe, und das von n’em Ami-schlitten - wenn das der ‚W’ wüsste. Gut, vielleicht ist der Neon auch nur faul
Gut, das mit dem Zündschlüssen hat sich dank WD-40 schnell lösen lassen, das Stocken hingegen will auch nach einem Ölwechsel nicht besser werden und was ich gegen die elektrostatische Spannung tun soll, weiss ich beim besten willen nicht. Trotzdem, bald werden sich unsere Wege trennen - vor mein Heimreise werde ich ihm wohl noch einen ehrenwerten Besitzer finden müssen (hehe)… Auf dass er noch viele weitere Meilen durch den wilden Westen fahren wird (ja, mit 39 Meilen pro Gallone ist er um einiges ökologischer als all die anderen Benzinfresser) und auf dass er noch viele weitere Besitzern ökologisches Verhalten beibringen wird :-).
Snow in Incline Village
September 24, 2007 by fingerd
Gooooood morning! Hey Leute… wisst ihr was? Heute Morgen hat es zum ersten Mal geschneit
Tja, wohl nichts Ungewöhnliches, werdet ihr euch sagen. Aber wenn man einen Sommerlang bei glühender Hitze an ‚Snow chains required’ (Schneeketten erforderlich) Schildern vorbeifährt, ist es eben doch was Besonderes - konnte mir gar nicht vorstellen dass hier oben wirklich mal Schnee liegen wird. Und dabei soll im Winter die ganze Region regelrecht im Schnee versinken.
Ok, muss leider arbeiten - nur eins noch: mein Neon ist ja bekanntlich kein Freund von Hitze. Tja, Kälte mag er auch nicht. Die Temperaturspanne für den Neon ist ziemlich klein… mehr dazu später…
Sampling on Mono Lake
September 22, 2007 by fingerd
Der Mono Lake liegt eingebettet zwischen der Sierra Nevada und den White Mountains und ist von der Ferne betrachtet ein wunderschöner See… Bein genaueren betrachten merkt man jedoch schnell, dass der See ein unfreundlicher Tümpel ist, dessen Wasser man am liebsten gar nicht berührt: Der Salzgehalt liegt bei ~80‰ (fast drei mal höher als im Meer), der pH beträgt etwa 10 und die jährliche Algenproduktion liegt über 500 gC m-2 yr-1 (fast 9 mal höher als im Brienzersee). Fische können da keine mehr drin überleben und wenn man mit dem Wasser in Berührung kommt kriegt man schnell mal einen Ausschlag. Seit jeher ist der See ein Salzsee und es wird geschätzt, dass er auch ohne jegliches menschliche Einwirken ~40‰ Salzgehalt haben würde. Seit jedoch ein Grossteil des natürlichen Zuflusses nach LA abgeleitet wird, ist der Salzgehalt auf fast das Doppelte angestiegen.
Tja, ganz wohl ist mir dabei nicht, wenn ich den Fluorimeter (ein Gerät mit dem man die Chlorophyllkonzentration im Wasser messen kann) mit blosen Händen aus dem Mono ziehe. Das Wasser fühlt sich ganz seifig an und ist dickflüssig, fast wie Öl aber durchsichtig wie Quellwasser. Billionen von kleinen Brine shrimps tummeln sich im Wasser- wohl die einzige Lebewesenart die sich in dem Wasser wohl fühlt. Die Sonne brennt gnadenlos auf uns herunter und auf dem Boot bilden sich überall Salzkristalle…
So unglaublich es auch klingen mag, der Mono Lake ist ein wichtiges Naturreservat für zahlreiche Zugvögel, die hier Zwischenhalt machen, bevor sie weiter nach Zentral- und Südamerika ziehen. An den geschützten Uferzonen sind zwischen eindrücklichen Kalktufftürmen (siehe Bild) lauter Nester von Zugvögeln zu sehen. Sind ja toll die Kalktufftürme, aber trotzdem, wenn ich ein Vogel wäre, hätte ich mir einen schöneren See ausgesucht
Als Forscher natürlich auch

