Also, endlich mal etwas Zeit um euch meinen Besuch der Faisal-Moschee zu schildern: Wir parken also unseren erdgasbetriebenen Skoda (tatsächlich fährt hier jedes 5. Autos mit Erdgas – Weltrekord verdächtig) auf dem riesigen Parkplatz vor der Faisal-Moschee. Zwischen dem Parkplatz und der Moschee liegt ein weiträumig angelegter Garten, in dem das Volk zur Erholung um das Mausoleum des General Muhammad Zia-ul-Haq (6. Präsident von Pakistan) spaziert: Frauengruppen, Familien, spielende Kinder und auch ältere Männer mit Turban und ihren verschleierten Ehefrauen tummeln sich hier wild durcheinander…
Beim Eingang der Moschee weißt ein grosses mehrsprachiges Schild auf die Verhaltenregeln hin. Nichtmuslimen ist das Betreten von Moscheen zwar erlaubt, der Hauptgebetsraum sollte jedoch ausschliesslich zur Ausübung des Gebets (Salāt) betreten werden. Neben dem Eingang herrscht Hochbetrieb: alle Besucher müsse die Schuhe an einem Stand vor dem Betreten der Moschee abgeben. Zwar ist die Moschee heute bei weitem nicht vollbesetzt, dennoch einige Tausend Besucher sind sicher anwesend. Nur so als Vergleich, stellt euch eine Eishockey-Finalissima zwischen GE Servette
und dem SCB vor gut 7000 Zuschauer vor und alle müssten vorher ihre Schuhe abgeben – nur, dass hier bei Hochbetrieb etwa 50 Finalissimas gleichzeitig stattfinden – unvorstellbar. Dennoch, die Schuhabgabe funktioniert tadellos und schon stehe ich ohne Schuhe im Innenhof der Moschee. Bedacht folge ich meinem Begleiter und versuche mich möglichst unauffällig zu verhalten. Auch wenn Kinder im Hof herumtollen, Männer sich auf den Betonträgern der Mosche ausruhen und allgemein eine sehr relaxte Stimmung herrscht, will ich hier auf keinen Fall unangebracht auffallen. Neben der Ausübung der religiösen Praktiken scheint die Moschee auch ein Ort des sozialen Zusammentreffens zu sein, wo man über Gott und die Welt diskutiert und Freunde trifft. Im Vergleich zu den katholischen Kirchen ist der Innenraum der Moschee sehr bescheiden ausgestattet: ausser der monumentalen Architektur, den faszinierenden Marmormustern und der Qibla-Wand (Kennzeichnung der Gebetsrichtung), gibt es keine Statuen, Verzierungen oder andere Heiligtümer. Die Funktionalität steht hier im Vordergrund.
Nun, bevor der Imam zum allabendlichen Abendgebet aufruft verlassen wir die Besinnungsstätte. Besinnungsstätte, das kann man sagen, für mich war der Besuch eine echt eindrückliche Besinnung – ob es nun einen Allah, einen Gott, Reinkarnation, diverse Geister oder doch nur die gnadenlose Logik der Wissenschaft gibt sei mal dahingestellt.
Hier noch ein kleines Bild einer CNG-Garage unweit von meinem Guesthouse.











